„Nord bei Nordwest –
Natalja“
Folge 19 (90 Min.)
Die Schwanitzer Canasta-Runde hat vor kurzem ihr viertes Mitglied durch einen mysteriösen Todesfall verloren, als ein
weiterer Vorfall das Spielgeschehen torpediert. Kaum haben Hildegard Knutzen (Marion Kracht) und Annette Weinert
(Katja Danowski) mit Bestatter Töteberg (Stephan A. Tölle) auf ihren verblichenen Mitspieler angestoßen, rast ein
Wagen ungebremst in Tötebergs Garten. Der angeschossene Fahrer lebt gerade noch lange genug, um den dreien
mitzuteilen, dass sich in seinem Kofferraum eine Menge Geld befindet. Ein rätselhaftes Geschehen, das komplizierte
Ermittlungen und weitreichende Verwicklungen für die Polizisten Hannah Wagner (Jana Klinge) und Hauke Jacobs
(Hinnerk Schönemann) nach sich zieht. Zudem suchen Hauke Jacobs und Jule Christiansen (Marleen Lohse) nach einer
geeigneten Unterstützung für die Tierarztpraxis …
Drei neue Episoden mit drei sehr unterschiedlichen Tonlagen und
Genre-Mixturen. „Auf der Flucht“ ist ein Geiselnahme-Krimi mit
Thrillermomenten, „Canasta“ eine göttliche Kriminalkomödie mit viel
schwarzem Humor und „Natalja“ ein Agentenkrimi mit Thrill, Gefühl &
einer russischen Polizistin mit Tötungsauftrag. Ob wenig spaßiges
Häftlingstreffen in der Tierarztpraxis, freigesetzte kriminelle
Energien aus der Mitte der Gesellschaft, gepaart mit trockenem
Sprachwitz à la Loriot, ob Hitchcock‘scher MacGuffin und Killer-
Coolness – jede der drei neuen Filme hat seine ganz besonderen
Momente. Das Bemerkenswerteste an der Gesamtrezeptur ist neben der
Lockerheit, mit der die Genre-Muster variiert werden, und neben der
Methode, kleine Dinge große Effekte erzielen zu lassen, vor allem
das gewachsene Beziehungsdreieck, das von Staffel zu Staffel
stimmiger wird. Diese Charakter-Stärke und dieses „intime“
Miteinander fehlt den meisten Unterhaltungskrimis hierzulande. Und
auch die Beziehungskomik ist anders: Sie kommt meist aus dem Wesen
der Hauptcharaktere.