"Nord-Stream-Sprengung: Weiterer Ukrainer festgenommen"
Nord-Stream-Sprengung: Weiterer Ukrainer
festgenommen
Zu Beginn des Krieges legte ein Anschlag die russischen Gas-Pipelines nach Europa lahm. Jetzt ist auf Geheiss der deutschen
Bundesanwaltschaft ein weiterer mutmasslicher Täter in Europa verhaftet worden.
Darum gehts
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Im Zusammenhang mit der Nord-Stream-Sprengung ist ein weiterer Ukrainer festgenommen worden.
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Die deutsche Bundesanwaltschaft liess den ausgebildeten Taucher in Kroatien verhaften.
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Die Nord-Stream-Pipelines wurden im September 2022 durch Sprengsätze schwer beschädigt.
Knapp vier Jahre nach den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines ist am Mittwoch ein zweiter Tatverdächtiger festgenommen worden. Es
handelt sich um einen ausgebildeten Taucher aus der Ukraine, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Vladimir Z. wurde demnach
auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls in Kroatien gefasst.
Er sollte nach seiner Überstellung nach Deutschland dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der über die
Untersuchungshaft entscheidet. Die Bundesanwaltschaft nimmt an, dass er im September 2022 an den Tauchgängen für die Platzierung von
Sprengsätzen an den Leitungen beteiligt war. Z. war bereits vor einem Jahr in Polen einmal festgenommen worden. Ein polnisches Gericht
verweigerte allerdings seine Auslieferung nach Deutschland, er kam zunächst wieder auf freien Fuss.
Täterschaft lange unklar
Die Nord-Stream-Leitungen waren für den Transport von russischem Gas nach Deutschland gebaut worden. Bei den Anschlägen
2022 wurden sie schwer beschädigt. Sie waren zu dem Zeitpunkt nicht in Betrieb – Russland hatte die Gaslieferungen über Nord
Stream 1 bereits kurz zuvor gestoppt, mutmasslich als Reaktion auf die westlichen Sanktionen angesichts des russischen
Einmarschs in die Ukraine. Nord Stream 2 ging nie in Betrieb. Lange Zeit war unklar, wer hinter den Anschlägen steckte, zeitweise
wurde auch Russland als Hauptverdächtiger gehandelt.
Ein Tatverdächtiger der Sabotageaktion sitzt bereits in Deutschland in Untersuchungshaft. Der mutmassliche Anführer Serhii K., ein
früherer ukrainischer Offizier, wurde im August 2025 im Urlaub in Italien gefasst und später nach Deutschland ausgeliefert. Ende
Juni klagte ihn die Bundesanwaltschaft als Mittäter eines Kriegsverbrechens des Angriffs gegen zivile Objekte an, ausserdem
wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, der Zerstörung von Bauwerken und der Störung öffentlicher Betriebe.
Anfang Juli veröffentlichte sie Einzelheiten aus der Anklage. Demnach gehen die deutschen Ermittler davon aus, dass die Pläne für
die Anschläge im Auftrag staatlicher Stellen in der Ukraine entwickelt wurden. Die Sabotageaktion sollte Gaslieferungen über die
Pipelines demnach dauerhaft stoppen, damit Russland die Einnahmen nicht zur Finanzierung des Ukraine-Kriegs nutzen konnte.
So lief die Sprengung ab
Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 sollen
Militärangehörige der Anklage zufolge den Plan entwickelt haben, die Erdgasleitungen
zu zerstören. Eine Gruppe aus mehreren Berufstauchern, einem Skipper und einem
Sprengstoffexperten sei gebildet worden. Diese sei an Bord einer hochseetauglichen
Segeljacht gegangen, die zuvor mit Hilfe gefälschter Ausweispapiere über
Mittelsmänner bei einem deutschen Unternehmen in Rostock angemietet worden sei.
Mit dem Schiff soll die Gruppe grössere Mengen militärisch verwendbarer
Hochleistungssprengstoffe in internationalen Gewässern bis in die Nähe der dänischen
Insel Bornholm transportiert haben. Dort hätten sie auf dem Meeresgrund Sprengsätze
mit Zeitzündern an den Gasleitungen angebracht. Diese detonierten am 26. September
2022 und verursachten schwere Schäden an den beiden Pipelines.
Z. wurde nun in der kroatischen Stadt Pula durch die dortige Polizei festgenommen.
Er wird von der Bundesanwaltschaft des gemeinschaftlichen Herbeiführens einer
Sprengstoffexplosion, der verfassungsfeindlichen Sabotage sowie der Zerstörung von
Bauwerken dringend verdächtigt.