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Wirtschaftspolitik: In diesen fünf Punkten trocknet die Schweiz Deutschland ab In der Krise ist Widerstandsfähigkeit Trumpf. Ein Vergleich zeigt auf, warum die Schweiz besser als Deutschland dasteht, obwohl die Herausforderungen ähnlich sind. Darum gehts Eine Analyse zeigt, warum die Schweiz wirtschaftlich besser dasteht als Deutschland. Die Staatsverschuldung in der Schweiz liegt bei 36 Prozent, in Deutschland bei 63 Prozent. Die Schweiz profitiert von einer eigenständigen Geldpolitik. Die Kriege in der Ukraine und im Iran verursachen hohe finanzielle Lasten in Europa. Deutschlands Wirtschaft droht die nächste Rezession. Was hilft gegen die Krise? Der deutsche Vermögensverwalter Flossbach von Storch hat in einer Analyse die Systeme in der Schweiz und Deutschland verglichen: Beides sind hoch entwickelte, exportorientierte Volkswirtschaften mit starker industrieller Basis, die ähnlichen externen Schocks ausgesetzt sind. Doch der Schweiz geht es deutlich besser als Deutschland. Während sich die Industrieproduktion lange Zeit parallel entwickelte, geht sie seit 2019 in Deutschland spürbar zurück, während sie in der Schweiz weiter zulegt. Die wirtschaftsrelevanten Fakten: Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf: Schweiz: 81'710 Franken Deutschland: 43'740 Franken Kaufkraftbereinigt liegt der Vorsprung der Schweiz immer noch bei rund 25 Prozent. Medianlohn: Schweiz: 7024 Franken Deutschland: 3900 Euro, umgerechnet 3598.20 Franken Nach Abzug der höheren Lebenshaltungskosten bleiben in der Schweiz noch rund 20 Prozent mehr Kaufkraft übrig. Durchschnittliche Arbeitszeit pro Woche: Schweiz: 42,5 Stunden Deutschland: 40 Stunden Durchschnittliches Wirtschaftswachstum seit 2000: Schweiz: 1,8 Prozent Deutschland: 1,1 Prozent Auch bei Wohlstands- und Standortindikatoren schneidet die Schweiz besser ab: Höhere Lebenserwartung Höhere Vermögen Geringere Steuer- und Abgabenbelastung für Arbeitnehmer Was macht die Schweiz wirtschaftspolitisch besser als Deutschland? Der Vermögensverwalter nennt diese Unterschiede als Gründe: 1 Schuldenpolitik Die Schweiz halte sich an die Schuldenbremse. Die Staatsverschuldung als Anteil am BIP liegt bei 36 Prozent. Die direkte Demokratie mit Abstimmungen und Referenden sei ein Kontrollmechanismus gegen politische Interessen und Lobbyismus: Jede Mehrausgabe brauche eine klare Finanzierung. In Deutschland seien die Schuldenregeln seit der Coronakrise weitgehend ausgesetzt worden. EU-Regulierungen im Sozial- und Umweltbereich sowie Bundesgesetze hätten die Finanzierungslasten stark erhöht, ohne finanziellen Ausgleich zu schaffen. Die Schuldenquote liegt bei 63 Prozent. In zehn Jahren könne sie auf 100 Prozent steigen. 2 Geld- und Währungspolitik Deutschland hält maximal zwei Stimmen im 27-köpfigen Rat der Europäischen Zentralbank (EZB). Die südlichen Euroländer erzeugten mit ihrer Tendenz zu höheren Schulden einen hartnäckigen Druck in Richtung expansiver Geldpolitik. Die gestiegenen EZB-Leitzinsen hätten zu erheblichen Verlusten der Bundesbank geführt. Mit der Einführung des Euro sei für deutsche Exporteure die sogenannte Produktivitätspeitsche entfallen – der Zwang zur ständigen Effizienzsteigerung, den eine aufwertende Währung erzeugt. Der Euro hat gegenüber dem Franken seither stetig abgewertet. Für die Schweiz bestehe dieser Mechanismus weiter. Er trage massgeblich zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft bei. Das spiegle sich in der Entwicklung der Lohnstückkosten wider, der weitgehend konstant sei, während er in Deutschland deutlich ansteige. Die Nationalbank führe ihre Geldpolitik eigenständig. Als kleine offene Volkswirtschaft sei sie aber über den Wechselkurs faktisch von den EZB-Entscheiden abhängig. 3 Industriepolitik Deutschland subventioniert deutlich stärker als die Schweiz: je nach Abgrenzung zwischen 117 und 321 Milliarden Euro jährlich (sechs bis sieben Prozent des BIP), davon ein erheblicher Teil direkt für die Industrie. In der Schweiz belaufen sich die Subventionen auf rund 50 Milliarden Franken (5,6 Prozent des BIP). Die Subventionen fliessen kaum in die Industrie, sondern eher in Landwirtschaft, Verkehr und Soziales. Das sei ein robuster Indikator für mehr wirtschaftliche Freiheit in der Schweiz. 4 Sozialausgaben Die Sozialausgaben liegen in Deutschland bei über 20 Prozent des BIP. In der Schweiz sind es mit 12,5 Prozent deutlich weniger. Der Unterschied erklärt sich teilweise gemäss den Autoren durch die dezentralere Struktur des Schweizer Sozialstaats mit starker Rolle der beruflichen Vorsorge sowie kantonaler und kommunaler Leistungen, die näher an den konkreten sozialen Problemlagen seien. 5 Beschäftigte im öffentlichen Sektor In beiden Ländern ist die öffentliche Beschäftigung seit 2007 stark gewachsen. In Deutschland gehe dies mit wachsender Ineffektivität einher – bei der Bahn, im Bildungssektor und bei öffentlichen Bauprojekten. In der Schweiz ist der öffentliche Sektor ähnlich gewachsen, ohne erkennbare Qualitätsverluste. «Die Schweizer Bahn überzeugt weiterhin durch Pünktlichkeit und öffentliche Bauprojekte laufen nicht aus dem Ruder», schreiben die Autoren. Eine mögliche Erklärung dafür liege in den institutionellen Rahmenbedingungen, die Planungs- und Bewilligungsverfahren vergleichsweise berechenbar hielten.
Die Löhne und Vermögen in der Schweiz sind deutlich höher als in Deutschland. Auch die Wirtschaft entwickelt sich besser Aktuell setzt der Iran-Krieg beiden Volkswirtschaften zu. Doch die deutsche Industrie geht schon seit 2019 zurück, während sie in der Schweiz wächst Deutschland hat seine Schuldenregeln seit der Coronakrise weitgehend ausgesetzt, die Schweiz nicht Während in Deutschland viele Subventionen in die Industrie fliessen, unterstützt die Schweiz vor allem Landwirtschaft, Verkehr und Soziales. Das sei ein robuster Indikator für mehr wirtschaftliche Freiheit in der Schweiz. Industrieproduktion im Vergleich.Oxford Economics OECD und Oxford Economics Anteil der Sozialausgaben.IWF. General government expenditure on social protection
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